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Die Stadtbrände

 

Das Feuer brach den 31. August, Mittwoch abends nach 21 Uhr in einer vor dem Freiberger Tore gelegenen Scheune aus, die unmittelbar auf der rechten Seite des nach Pilsdorf führenden Fußsteiges stand, auch rechts und links von anderen Scheunen umgeben war. Wie das Feuer ausgebrochen, war blieb damals unbekannt. Da nun dasselbe trotz aller Bemühungen der schnell zur Löschung Herbeigeeilten gleich im Entstehen nicht erstickt werden konnte, die Flammen vielmehr mit jeder Minute immer drohender wurden und plötzlich an Gewalt und Ausdehnung Zunamen, umso mehr als sie in den aufgespeicherten Erntevorräten und sonstigen Brennmaterialien nur zureiche Nahrung fanden, auch ein ziemlicher heftiger Abendwind einsetzte, so musste man leider für unsere Stadt die traurigsten Befürchtungen hegen. Nicht nur, das sämtliche vor dem Freiberger Tore gelegenen Scheunen bis auf den Grund niederbrannten, so ergriff das Feuer in ganz kurzer Zeit auch die ersten nahe stehenden Häuser, unter diesen zunächst die Apotheke unmittelbar am Eingang der Stadt und verbreitete sich von hier aus mit unglaublicher Schnelligkeit über die ganze angrenzende Häuserreihe.

Gegen Mitternacht brannte bereits die Posthalterei und das gegenüberliegende Rathaus, das in der Zeit eine Stunde in sich zusammenstürzte. Schon 2 Uhr brannte ganz Sayda. Die schöne Stadtkirche ging in Flammen auf, der Turm glich einer weiterhin leuchtenden Fackel, mit Getöse stürzte er zusammen. Weithin sah man die auf der Höhe liegende Stadt Sayda brennen und konnte sich das Unglück seiner Bewohner vorstellen.

Die so lang anhaltende Trockenheit und der infolge derselben ziemlich Fühlbar gewordene Wassermangel machten auch die größten Anstrengungen, die zweckdienlichen Maßregeln, völlig nutzlos. Und da die meisten Häuser mit Schindeln gedeckt waren, so währte es nicht lange, das sich im eigentlichen Sinne ein wahres Feuermeer über die Stadt ergoss und mit gieriger Wut alles zerstörte, was sich ihm in seinem verheerenden Weg hemmend entgegenstellte. Die Gewallt des entfesselten Elements war so groß das, binnen in 8 Stunden der größte Teil der Stadt vernichtet war.

145 Gebäude samt Neben- und Hintergebäuden und 52 Scheunen fielen dem Brand zum Opfer. 38 Gebäude und 26 Scheunen sind vom Feuer verschont geblieben.

289 Familien mit ca. 1100 Köpfen wurden dadurch obdachlos. Sayda hatte im Jahre 1840 1250 Einwohner. In Jahren 1843/44 wurden fast alle jetzt stehende Häuser wieder auf gebaut.


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          Dazu ein geschichtlicher Rückblick:

    1435 Am 31. März zur Zeit der Hussitenkriege, brannte Sayda das erste Mal ab. Genaue Nachrichten darüber fehlen.
    1599 Am 30. Oktober 18.00Uhr entstand in der Totengräberwohnung -außerhalb Der Stadt vor dem Böhmischen Tor- die damals als Lazarett diente, eine Feuersbrust, welche, da wenig gesunde Leute zum Löschen vorhanden waren und die Bewohner der nächsten Umgegend aus Furcht vor der herrschenden Pest nicht zur Hilfe herbeileiten, binnen 3 Stunden, begünstigt durch starken Wind, so überhand nahm, dass nicht nur die umliegenden Scheunen, sondern auch die Stadt selber ergriffen und dieselbe gänzlich in Asche gelegt wurde. Die Pest scheint noch grausamer gewesen zu sein als das Feuer, denn ihr fielen im genannten Jahr über 95 Bürger im Kirchenspiel zum Opfer. Ganze Familien sind gestorben. 200 Häuser, Schule, Rathaus, Kirche und alle Vorrat wurde vernichtet.
    1634 Am 7. Oktober ging das Schloss, von da bis an die Stadtmauer gelegene Häuser Neben den Rathaus in Flammen auf. - Von einem kaiserl. Offizier angebrannt-
    1657 bricht im Gasthof "Goldener Löwe" Feuer aus und legt 13.Wohnhäuser und 10.Scheunen in Asche.
    1681 Am 3. August wurden durch Blitzschlag 17.Scheunen in Asche gelegt.
    1702 Am 10. Februar um Mitternacht bricht bei Sturmwind ein Brand aus und Legt sämtliche Häuser an der einen Seite des Böhmischen Tor bis zur Pfarrgasse (jetzt Schulgasse) in Asche. Am folgenden Tag geht ein Feuer erneut auf. Es brennt die andere Hälfte der erwähnten Seite, außer etlichen Häusern am Freiberger Tor. Kirche samt Glockenturm, das Gewölbe blieb Erhalten Pfarre, Diakonat, 44 Bürgerhäuser, 14 Scheunen sowie Rathausturm fielen dem Brand zum Opfer. Auch 2 Frauen, die Witwe Trinks und deren Tochter, wo das Feuer aufkam, haben das Unglück gehabt, im Feuer und auch etliche Stück Vieh zu tote. Brandstiftung wurde vermutet.
    1722 Am 29.Mai brennen wiederum 4.Häuser und 15.Scheunen nieder.
    1743 Am 10. Januar vormittags halb 10 wütete abermals ein Großfeuer. Durch Verwahrlosung der Ehefrau des J. Ch. Goldammer, so aus bitterster Armut ihren Flachs auf dem Ofen dürren wollte, und so unterdessen nur 2 Vaterunser lang in den Kuhstall gegangen, das wenige Vieh zu warten, eine derartige Feuersbrunst entstanden, das binnen 4 Stunden 26 der besten Häuser, 19 Scheunen und die Torgebäude des Böhmischen Tores in Asche verfallen, dadurch fast aller Vorrat verdorben und sehr wenig Mobiliar gerettet worden, wie denn auch weitere 2 Häuser an Dach und Giebel zerhauen, auch selbst 3 weitere Häuser beschädigt und ruiniert wurden.
    1763 Durch einen Blitzstrahl Güntzen sche Haus Nr.148 in Feuer gesetzt, es Abgebrannt, auch ein Mensch dabei ums Leben gekommen.
    1914 Am 2. Juli, einige Minuten vor 6 Uhr, bricht im Grundstück Nr. 17 bei Clemens Krönert auf dem Plan vermutlich durch Brandlegung Feuer aus. Der sogenannte Planbrand. 10 Häuser sanken in kurzer Zeit in Schutt und Asche, durch Einreißen des 11. Hauses (Nr. 25) konnte ein Übergreifen verhindert werden. Es waren die ältesten Häuser unserer Stadt, da sie beim Stadtbrand 1842 verschont wurden. 12 Familien und 16 alleinstehende Personen wurden obdachlos.